Autokauf in Punta del Este

Eigentlich wollte Reinhard ja unbedingt einen alten VW-Bus, die es hier mit Toyota Dieselmotoren und Kühler vorne gibt. Allerdings wohnen wir zur Zeit zwar an einem sehr schönen Ort, zum Großeinkauf und für besondere Sachen müssen wir aber größere Strecken zurücklegen.

So sind es (von uns aus (A)) ca. 14 km zur nächsten größeren Stadt nach Piriápolis, 36 km nach Atlantida (C) zu einem sehr guten Supermarkt, 50 km nach Punta del Este (B) mit mehreren großen Märkten und Einkaufszentren oder über 80 km nach Montevideo (D).

In den ersten 6 Wochen haben wir so rund 3000 km abgespult.
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Um hier ein gebrauchtes Auto zu kaufen, sollte man zuvor einen Notar beauftragen, um zu prüfen, ob für dieses Auto alle Steuern, Strafzettel usw. bezahlt wurden. Sonst kann dich nach dem Kauf diese Schuld treffen. Also keine einfache und vor allem keine schnelle Möglichkeit, um an einen Wagen zu kommen.

Wir mussten endlich unseren Leihwagen loswerden und einigten uns auf einen neuen Wagen, da die Gebrauchten hier auch noch sehr teuer sein können. Da es außerhalb von Montevideo keinen TÜV oder ähnliches gibt, fahren hier auch allerhand eigentümliche Gefährte herum.

 

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Also haben wir die Angebote für einen neues, möglichst sparsames Auto durchsucht. Es gibt hier jede Menge chinesische Autos, von denen wir noch nie etwas gehört haben: Great Wall, FAW, Geely, EFFA usw.
 
Es sind auch recht schnuckelige Kleinwagen dabei, wir hatten aber dann doch ein ungutes Gefühl etwas uns völlig unbekanntes zu kaufen. 
Deshalb viel unsere Wahl auf einen Hyundai i10, den gibt es auch in Europa.
Der Wiederverkaufswert ist hier in Uruguay nach einem oder zwei Jahren viel höher als in Deutschland und liegt nach 2 Jahren noch meist bei über 90%, manchmal auch über 100%, je nach Dollarkurs usw.
 
Also auf nach Punta del Este zum Autokauf, da dort der nächste Hyundai-Händler zu finden war.
 
Zuerst wollten wir einen i10 mit Airbag und ABS bestellen. Das Verrückte ist, dass die Importeure dafür hier einen Zollaufschlag bezahlen müssen. Also Sicherheit kostet mehr Zoll – keiner weiß, wer das verbockt hat. Egal, also teurer. Nö, die Austattung Extra-Full gibt es erst wieder ab ca. Mitte Dezember. Dann eben ohne ABS und Airbag, unser Mietwagen hatte das auch nicht.
 
Beim Verkehr und der Höchstgeschwindigkeit in Deutschland wäre das eher ein No-Go, aber hier ist nicht viel los auf den Strassen – also Risiko.
Haben wollten wir die Farbe ‚plata hielo‘ – eissblau-silber, das gab es aber zum Bestellzeitpunkt in Uruguay nicht mehr. Es gab nur rot, schwarz, blau oder weiß; dann also weiß.

 

Unser i10, noch im Autohaus -  isser nicht süß ;-)
Unser i10, noch im Autohaus – isser nicht süß 😉
 
Der freundliche Händler beim Quittungen schreiben
Der freundliche Händler beim Quittungen schreiben
Wir suchten uns extra einen Händler, der alle Formalitäten wie Kennzeichen, Versicherung, Steueranmeldung usw. für uns erledigt. Denn der Umgang mit Ämtern und Versicherungen ist hier nicht einfacher, trotz der netten Menschen dort.
 
US-Dollar auf den Tisch, Plastiküberzüge von den Sitzen und raus aus dem Ausstellungsraum – und gleich zu Motociclo, da hatten wir nämlich schon die Teile für einen Thule-Dachträger bestellt. Alle bestellten Teile waren da, also einpacken und nach Hause -Nö!
 
Am selben Tag mussten wir ja noch den Mietwagen zurückgeben. Deshalb waren wir mit dem Mietwagen in Punta del Este und mussten nun mit beiden Wagen von dort zum Flughafen in Montevideo -115 km.
 
Danach noch eine „Belohnung“ für Doris: Besuch im neuen Einkaufszentrum Costa Urbana in Ciudad de la Costa. Ist aber auch nur fast wie alle anderen Einkaufszentren in Uruguay.
Fast, weil es dort Bohnenkaffee mit ganzen Bohnen zu kaufen gibt. Das ist hier eher selten anzutreffen.
 
Dennoch… Kennt man ein Einkaufszentrum, kennt man alle. Es sind im Grunde immer die gleichen Läden und vor allem werden dort Markenartikel verkauft. Alle kleineren Läden können sich die teuren Mieten in den Einkaufszentren nicht leisten. Eigentlich wie in Deutschland auch…
 
Richtige „Schnäppchen“ und günstige Einkaufsmöglichkeiten hat man eher auf den sonntäglichen ‚Ferias‘, den Märkten. Dort kann man Lebensmittel, Elektronikwaren, CD’s und Computerspiele und eben auch Kleidung kaufen. Und wenn man etwas bestimmtes sucht, kann man die netten Händler auch fragen, ob sie es besorgen und die Woche darauf mitbringen können.
 
Überhaupt wird Service sehr groß geschrieben. Überall gibt es genügend Angestellte, die sich um die Kunden kümmern. Sei es, dass man einen Ansprechpartner braucht, weil man etwas sucht, etwas nach Hause geliefert haben möchte oder dass man seine Einkäufe im Supermarkt eingepackt bekommt. Auch tankt man hier nicht selbst, das wird für einen erledigt und auf Wunsch werden auch Glühlampen gewechselt, Scheiben geputzt oder der Ölstand kontrolliert. Für alle diese Dienste gibt man dann ein kleines Trinkgeld. 
 
Eigentlich ist es ganz schön, auch mal nicht selbst alles zu erledigen und somit Menschen die Möglichkeit zum Arbeiten zu geben… 
 
Hasta luego y besos de Uruguay 🙂
 
 

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