Nach Guantanamo Pleite in Uruguay – Ex-Häftlinge wollen Geld von USA

Vor fünf Monaten endet für mehrere Männer ein Martyrium. Die USA entlassen sie nach 13 Jahren Haft aus Guantanamo. Uruguay nimmt sie auf, doch auch dort gibt es Probleme. Seit Freitag protestieren sie vor der US-Botschaft.

13 Jahre lang saßen mehrere Männer aus Syrien und Tunesien ohne Anklage in Guantanamo ein. Im vergangenen Jahr kamen sie dann endlich frei – das kleine südamerikanische Land Uruguay hatte sich bereit erklärt, sie aufzunehmen. Doch was hoffnungsvoll begonnen haben mag, mündete in erneuter Frustration. Seit Freitag campieren drei der Männer vor der US-Botschaft in Montevideo. Sie fordern Geld – das sie dringend zum Leben brauchen, wie sie sagen.


Die US-Regierung solle zumindest anfangs für ihre Unterbringung aufkommen, heißt es in einem Text, den sie auf einer Website veröffentlichten. Er stammt von vier der insgesamt sechs Ex-Häftlinge. Nach ihrer jahrelangen Inhaftierung sei finanzielle Unterstützung das Mindeste, was die USA für sie tun könnten. Sie wollten zwar in Uruguay leben und arbeiten, aber der Aufbau einer eigenen Existenz brauche Zeit, schreiben die Männer. Zunächst müssten sie beispielsweise Spanisch lernen.

Die früheren Häftlinge waren im Dezember vergangenen Jahres nach Südamerika gebracht worden. Ihren Protest vor der US-Botschaft in der Hauptstadt des kleinen Landes sehen sie offenbar als letzte Möglichkeit, auf ihre Notlage aufmerksam zu machen. Seit Wochen fordern sie erfolglos Hilfen ein.

Gespräche nur zu Öffnungszeiten

Das UNHCR habe sie zwar zunächst unterstützt – doch dann sollten sie eine Vereinbarung unterschreiben, die Art und Umfang der Hilfen regelte. Die Frage, ob sie dem Papier zustimmen sollten, spaltete die sechs Ex-Häftlinge. Zwei unterschrieben, die vier anderen gingen protestieren. Ihr Argument: Die Vereinbarung sei hinter den Versprechungen der uruguayischen Regierung zurückgeblieben.

Der Außenminister habe ihnen zugesagt, Unterkünfte zu besorgen und alle Kosten drei Jahre lang zu übernehmen – doch geschehen sei nichts. Der Politiker hatte sich überhaupt erst zu einem Treffen bereit erklärt, nachdem die Ex-Häftlinge mit einem Hungerstreik gedroht hatten, wie die uruguayische Zeitung „El País“ berichtet.

Staatspräsident Tabaré Vázquez äußerte sich bereits Anfang April zu dem Thema. – er spielte den Ball nach Washington zurück. Prinzipiell liege die ganze Angelegenheit in der Verantwortung der USA, sagte er. Sie müssten alle erforderlichen Mittel bereitstellen.

Die US-Botschaft reagierte mit einer Nachricht auf den Protest, der bereits das gesamte Wochenende andauert. Sie teilte den Männern mit, dass sie ihre Forderungen wahrgenommen hätten, das jedoch die Bitte nach einem Gespräch nur innerhalb der Bürozeiten der Botschaft übermittelt werden könne.

Gefunden bei n-tv

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