Rangliste Pressefreiheit: Uruguay vorne in Südamerika

In der neuen Rangliste 2013 der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen befindet sich Uruguay auf Platz 26 von 180. Damit noch vor Spanien (35), Italien (49), Frankreich (39) und Großbritannien (33) und den USA (46). Deutschland kam auf Platz 26. Uruguay ist auch auf den ersten 10 Plätzen für die lateinamerikanischen Staaten und unter den ersten 3 in Südamerika.

Weltkarte Rangliste der Pressefreiheit

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Ein Bericht dazu gesehen bei dw.de

Kritische Recherche unerwünscht

Pressefreiheit bleibt ein bedrohtes Gut in Lateinamerika. Viele Länder tun sich schwer, das Recht auf freie Meinungsäußerung durchzusetzen. Experten mahnen: Die Gewalt gegen kritische Berichterstatter nehme wieder zu.


Drei tote Journalisten binnen weniger Tage – traurige Bilanz der siebten Kalenderwoche 2014 in Brasilien: Einer von ihnen wurde während Dreharbeiten bei Protesten in Rio de Janeiro von einem Feuerwerkskörper getroffen und erlag seinen schweren Verletzungen. In einem Vorort von Rio und in der Stadt Mossoró im Nordosten des Landes wurden zwei Journalisten auf offener Straße erschossen.

Die siebte Kalenderwoche ist nicht repräsentativ. Weitere Journalisten wurden in Brasilien dieses Jahr nicht getötet. Wohl aber in anderen Ländern Lateinamerikas: zwei in Kolumbien, einer in Mexiko und einer in Paraguay. Sieben ermordete Journalisten in 10,5 Monaten. 2013 waren es 14 auf dem Subkontinent.
Gewalt gegen Journalisten ist ein zentrales Thema der 70. Generalversammlung der Interamerikanischen Pressegesellschaft SIP (spanisch: Sociedad Interamericana de Prensa), die vom 17. bis zum 20. Oktober 2014 in Santiago de Chile stattfindet. Obwohl die Zahlen im Vergleich zu 2013 einen leichten Rückgang suggerieren – sie stehen für ein wachsendes Problem, sagt Claudio Polillo, Vorsitzender der SIP-Kommission für Pressefreiheit: „Seit der Jahrtausendwende nimmt die Gewalt gegen Journalisten in Lateinamerika stetig zu.“

Nachdem Mitte der 80er-Jahre in den meisten Ländern Lateinamerikas Bürgerkriege und Militärdiktaturen endeten und demokratische Systeme etabliert wurden, habe es eine Phase weitgehender Pressefreiheit gegeben, berichtet Polillo, der seit mehr als 30 Jahren als Journalist arbeitet. Ende der 90er-Jahre wurde die Arbeit allerdings immer schwieriger und gefährlicher. Grund sei die Renaissance der Drogenkartelle und der Aufstieg populistischer Regierungen in diversen Ländern der Region.

Probleme von Tijuana bis Feuerland

Seit dem Jahr 2000 registrierte die internationale Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) allein in Mexiko 81 Morde an Journalisten, die in direktem Zusammenhang mit deren Arbeit standen. Neben Brasilien und Mexiko sind die Hotspots Venezuela, Argentinien und Kolumbien, wobei es nicht immer gleich um Tötungsdelikte geht: Seit 2013 erfasste ROG 514 Fälle angedrohter oder ausgeführter Gewalt gegen Medienschaffende in ganz Lateinamerika.
Mit „gut“ bezeichnet ROG in der jährlich erstellten Länder-Rangliste der Pressefreiheit nur die Situation in Costa Rica. Uruguay, El Salvador und Haiti schneiden dort immerhin mit „befriedigend“ ab. In 16 der 21 lateinamerikanischen Länder bewertet ROG die Situation als problematisch oder schwierig. Kuba, auf Platz 170 von 180 Ländern, ist weit abgeschlagen.

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