Eröffnung der Bank des Südens im Oktober angekündigt

Quito.In Ecuadors Hauptstadt Quito hat die dritte Tagung zur Einrichtung der Bank des Südens stattgefunden. Dabei kamen Finanzminister und Delegierte der Mitgliedsstaaten der Union südamerikanischer Nationen (Unasur) zusammen, um die verschiedenen Aspekte und Fortschritte des Aufbaus der Entwicklungsbank zu diskutieren. Diese soll am 1. Oktober ihre Arbeit aufnehmen.

Der Direktor der Bank des Südens Ecuador, Andres Arauz, und Ecuadors Außenminister
Guillaume Long (v.l.) während des Treffens – QUELLE: TWITTER.COM


Das bereits 2009 beschlossene Projekt hat zum Ziel, die Integration Lateinamerikas durch eine gemeinsame Bank zu stärken und der Region eine eigene Finanzarchitektur zu bieten, um regionale Projekte unter anderem im Infrastrukturbereich gemeinschaftlich zu finanzieren. Mit den Krediten der Bank des Südens sollen außerdem die wirtschaftlichen Interessen der süd- und mittelamerikanischen Staaten unterstützt werden.

In Übereinstimmung mit Daten der Bank für internationalen Zahlungsausgleich belaufen sich die Anlagen Lateinamerikas im Ausland derzeit auf 1,034 Milliarden US-Dollar, wovon sich allerdings 75 Prozent in den USA befinden. Über eine eigene regionale Finanzarchitektur könnte dieses Kapital in Projekte fließen, die allen Ländern des Kontinents zugute kämen.

„Die Bank des Südens erlaubt es, Ersparnisse und Kapitalerträge aller lateinamerikanischer Länder für deren Integration und Entwicklung zu nutzen“, erklärte Ecuadors Außenminister Guillaume Long. Trotz zahlreicher Barrieren wie etwa der Verzögerung der Kapitaleinreichungen durch die sich beteiligenden Länder hofft Andrés Aráuz, Direktor der Bank des Südens in Ecuador, auf eine zeitnahe Festigung des Projektes. Dabei sprach er auch vom Versuch der Integration derjeniger Länder, die sich aus dem Projekt bereits zurückgezogen haben, wie etwa Brasilien, und von Ländern wie Kolumbien, die sich von Anfang an gegen das Projekt gestellt haben.

Neben der Adjustierung des Einzahlungsmechanismus der Länder ging es darum, die Unasur-Mitgliedsstaaten Kolumbien, Chile, Peru, Guyana und Suriname von der Teilnahme am Projekt zu überzeugen. Aus Sicht von Außenminister Long sollte die Priorität in der Festigung des lateinamerikanischen Blocks liegen, um internationalen Problemen unabhängig vom Unmut zwischen Regierungen zu begegnen. Die lateinamerikanische Integration sei eine „Politik des Staates, nicht der Regierungen“, so Long.

Von Saskia Haun
weiterlesen bei amerika21

Kommentar verfassen