Verkauf von Marihuana in Uruguay ab Juli

Staatlicher Anbau mit Qualitätsgarantie geplant. Landesweit verkaufen 30 Apotheken Cannabis. Höchstmenge zehn Gramm pro Woche und Person

Montevideo. In Uruguay können registrierte Konsumenten ab dem 1. Juli in 30 Apotheken wöchentlich zehn Gramm Marihuana kaufen. Damit wird ein im Jahre 2013 von dem damaligen Präsidenten José Mujica eingebrachtes Gesetz nach langen Vorbereitungen in die Praxis umgesetzt. Laut offiziellen Zahlen gibt es in dem südamerikanischen Land etwa 200.000 Marihuana-Konsumenten.

 

Die Abgabe in Apotheken ist weiterer Schritt zur Legalisierung von Marihuana in Uruguay
Die Abgabe in Apotheken ist weiterer Schritt zur Legalisierung von Marihuana in Uruguay – QUELLE: ALEX CRESPO LIZENZ: CC BY-SA 4.0

 

Der gesetzliche Schutz, der staatliche Anbau und die Qualitätsgarantie sowie ein weitaus niedrigerer Preis als auf dem illegalen Markt sollen dem kriminellen Drogenhandel entgegenwirken. Beabsichtigt ist zudem, die Konsumenten vor Gesundheitsrisiken zu schützen. Das auf dem illegalen Drogenmarkt gehandelte Marihuana enthalte oft schädlichen Substanzen, hieß es zur Begründung.

Der von Uruguay eingeschlagene Weg der kontrollierten Legalisierung von Anbau und Konsum geht von der Erkenntnis aus, dass die traditionelle Drogenpolitik versagt hat. Steigende Zahlen von Abhängigen und die damit verbundene horrende Drogenkriminalität haben die Regierung zur Suche nach Alternativen gezwungen. In Uruguay stehen 80 Prozent der Gewaltverbrechen im Zusammenhang mit Drogenhandel und Drogenkonsum.

Bereits seit 2015 sind zwei Alternativen des Heimanbaus und der privaten Nutzung erlaubt. Zum einen sind das „Cannabis-Clubs“, deren Mitglieder sich ebenfalls registrieren müssen. Sie können nach bestimmten Regeln selbst anpflanzen und konsumieren. Auch individuelle Pflanzungen im Privaten – sei es im Garten oder auf dem Balkon – wurden erlaubt. Doch auch hier ist ein Anmeldeverfahren obligatorisch. In keinem Fall ist der Weiterverkauf zulässig. Inzwischen gibt es 6.646 eingeschriebene Heimpflanzer und 51 Klubs.

Wer in den Genuss des Apothekeneinkaufs kommen will, kann sich seit dem 2. Mai registrieren lassen. Die Daten werden im Institut für Regulierung und Kontrolle von Cannabis (Ircca) verwaltet.

Viele der an dem neuen System Interessierten fürchten jedoch die Preisgabe der persönlichen Daten. Auch daher sieht das Gesetz einen besonderen Datenschutz vor, der nur durch einen Richter im Rahmen eines Verfahrens aufgehoben werden kann.

Von Georg Stein
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