Weitere Verhaftungen im Fall Odebrecht in Peru, Geheimdienstchef von Argentinien verdächtigt

Zwei Verhaftungen und ein internationaler Haftbefehl in Peru. Staatsanwalt in Argentinien will gegen Leiter der obersten Geheimdienstbehörde ermitteln

Lima/Buenos Aires. Nach ersten Gerichtsurteilen in Kolumbien und anhaltenden Demonstrationen in Peru und der Dominikanischen Republik ruft der internationale Korruptionsskandal um die Firma Odebrecht weitere Reaktionen hervor. Anfang der Woche wurde der frühere Staatsbeamte Miguel Ángel Navarro in Lima festgenommen. Es ist die zweite Festnahme im Rahmen der Ermittlungen im Fall Odebrecht in Peru.

 

Beim Bau dieser Metro Linie 1 in Lima soll Odebrecht Bestechungsgelder in Höhe von sieben Millionen US-Dollar an Regierungsfunktionäre bezahlt haben
Beim Bau dieser Metro Linie 1 in Lima soll Odebrecht Bestechungsgelder in Höhe von sieben Millionen US-Dollar an Regierungsfunktionäre bezahlt haben – QUELLE: ELELCH LIZENZ: CC BY-SA 3.0

 

Die Staatanwaltschaft verdächtigt Navarro, mit Edwin Luyo Barrientos und dem Ex-Vizeminister Jorge Cuba Hidalgo in Verbindungen zu stehen. Beiden wird vorgeworfen, im Rahmen der Vergabe des Auftrags für den Bau der Metrolinie 1 in Lima an die brasilianische Baufirma Odebrecht Bestechungsgelder in Höhe von sieben Millionen US-Dollar angenommen zu haben. Navarro war unter der Regierung von Alan García (1985-1990; 2006-2011) im Ministerium für Transport und Kommunikation tätig und 2010 für seinen Beitrag zum Bau der Metrolinie 1 mit einer Auszeichnung geehrt worden.

Luyo befindet sich bereits in Gewahrsam und wurde zunächst zu einer vorläufigen Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt, während gegen ihn im Fall von Annahme von Bestechungsgeldern und Geldwäsche ermittelt wird. Er bestätigte zwar, das Geld angenommen zu haben, weist die Korruptionsvorwürfe jedoch zurück. Gegen Cuba Hidalgo wurde ebenfalls eine vorläufige Haftstrafe von 18 Monaten verhängt, zudem wurde gegen ihn ein internationaler Haftbefehl erlassen. Die Bevölkerung wird um Hinweise zu seinem Aufenthaltsort gebeten, die mit 30 Millionen Soles (rund neun Millionen US-Dollar) belohnt werden sollen.

Der Firma Odebrecht wird vorgeworfen, auf drei Kontinenten Regierungsmitarbeiter bestochen zu haben, um an Aufträge zu gelangen. Am 21. Dezember 2016 hatte Lateinamerikas größtes Bauunternehmen mit Hauptsitz in Brasilien vor dem Justizministerium der USA die Zahlung von 788 Millionen US-Dollar bestätigt, um die Vergabe von 100 Aufträgen im Bereich Bauwesen und Infrastruktur in insgesamt zwölf afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern zu seinen Gunsten zu beeinflussen.

In Argentinien verhärten sich indes die Verdächtigungen im Fall Odebrecht: Staatsanwalt Federico Delgado legte ein Gutachten vor, in dem er dem Direktor des argentinischen Geheimdienstes Agencia Federal de Inteligencia (AFI), Gustavo Arribas, zur Last legt, Bestechungsgelder von Leonardo Meirelles im Namen der Firma Odebrecht angenommen zu haben und fordert die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen Arribas.

Von Annalisa Neher
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