Uruguay verabschiedet Gesetz gegen Fracking

Stetig wachsender Protest. Senat in Uruguay verhindert Abbau von Bodenschätzen mit der Hydraulik für vier Jahre

Montevideo. Am 20. Dezember hat der Senat in Uruguay ein Gesetz verabschiedet, mit dem Fracking für die kommenden vier Jahre verboten wird. In den Ländern des Wirtschaftsbündnisses Mercosur wird nach Öl und Gas gesucht, um im sogenannten Fracking-Verfahren die Bodenschätze abzubauen. Der Widerstand gegen diesen Prozess wächst ständig.

 

Protest gegen Fracking in Uruguay
Protest gegen Fracking in Uruguay – QUELLE: LA JUVENTUD

Wie Amerika21 berichtete, gab es Protest- und Aufklärungsaktionen gegen die Fracking-Schürfmethode vor allem in Argentinien und Uruguay. Die Sorgen, dass die dabei verwendeten giftigen Chemikalien das Grundwasser verseuchen und die zweitgrößte unterirdische Süßwasserreserve in Mitleidenschaft ziehen, stehen dabei im Mittelpunkt.

Umweltorganisationen aus den betroffenen Ländern haben am 9. Dezember im Ort Palomas im Department Salto im Nordwesten von Uruguay erneut protestiert und die Bevölkerung aufgeklärt. „Die Such- und Fördermethoden gefährden das Grundwasser des Gebiets. Nach allen bisherigen geologischen Erkenntnissen gibt es hier keine lohnenden Erdölvorkommen“, äußerte sich der Umweltjournalist Víctor Bacchetta. Und weiter: „Das ganze Vorgehen zielt darauf ab, die Aktien der Firma in die Höhe zu treiben und die Investmentrate zu verbessern. Anschließend zieht sich das Unternehmen wieder zurück und hinterlässt uns die zerstörte Umwelt.“

Tatsächlich schnellten die Aktien des Konsortiums Schuepbach und Petrel im Jahr 2017 um 125 Prozent in die Höhe. Im Oktober bezeichnete die Förderfirma selbst die bisherigen Funde in Uruguay als bescheiden. Die Umweltbehörde Dinama versicherte öffentlich, dass auch im Fall des neuesten der vier entdeckten Ölfunde bisher kein Fracking angewendet worden sei. Insgesamt sind vier Funde in drei Departments festgestellt, in zwei davon hat die Lokalregierung das Fracking verboten. Dagegen hat die Firma wiederum protestiert, was Zweifel über ihre eigentlichen Absichten befördert hat. Laut Dinama hat Schuepbach Anfang des Jahres die gesetzlich vorgeschriebenen Umweltstudien zur Prüfung vorgelegt. Außerdem würde die Behörde die Arbeiten vor Ort beobachten.

Von Georg Stein, Buenos Aires
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