Ministerin für Gesundheit in Venezuela entlassen, Krise im Gesundheitswesen

Caracas. In Venezuela ist Gesundheitsministerin Antonieta Caporale nach nur wenigen Monaten aus ihrem Amt entlassen worden. Die Entscheidung von Präsident Nicolás Maduro, die im Amtsblatt „Gaceta Oficial“ bekanntgegeben wurde, folgte nur wenige Tage nach der Publikation eines Ministeriumsberichtes, in dem der Anstieg von Kinder- und Müttersterblichkeit anerkannt wird. Maduro dankte Caporale „für ihren Einsatz an der Spitze des Ministeriums“. Der Posten wird von dem Pharmazeuten Luis López Chejade besetzt, der in der regionalen und nationalen Gesundheitspolitik bereits verschiedene Posten inne hatte.

 

Ex-Ministerin Caporale, hier mit Mikrofon: Nach Publikation unangenehmer Zahlen entlassen?
Ex-Ministerin Caporale, hier mit Mikrofon: Nach Publikation unangenehmer Zahlen entlassen? QUELLE: @A_CAPORALE2017

Wenige Tage vor der Entlassung Ende vergangener Woche hatte das Gesundheitsministerium unter Caporale ein epidemiologisches Bulletin herausgegeben, in dem im Vergleich zum Jahr 2015 der Anstieg der Sterblichkeit von Säuglingen bis zu einem Jahr um 30,12 Prozent anerkannt wurde. Die Todesrate von Müttern nach der Geburt sei im gleichen Zeitraum sogar um 65 Prozent gestiegen.

In konkreten Zahlen bedeutet dies, dass im Verlauf des Jahres 2016 in Venezuela 11.466 Säuglinge und 756 Mütter verstorben sind. Als Gründe werden bei den Säuglingen Blutvergiftungen ebenso angeführt wie respiratorische Probleme und Komplikationen bei Frühgeborenen.

Von Harald Neuber
weiterlesen bei amerika21

Kommentar verfassen