Brasilien: Gericht stoppt Temer-Dekret zum Bergbau im Amazonas

Brasília. Ein Gericht in Brasilien hat das Dekret von De-facto Präsident Michel Temer ausgesetzt, mit dem die Regierung den Bergbau in einem bislang geschützten Gebiet im Amazonas zulassen will. Der vorsitzende Richter Rolando Valcir Spanholo sagte zur Begründung, gemäß der Verfassung könne nur das Parlament den Schutzstatus der Reserva Nacional do Cobre e Associados (Renca) aufheben.

 

Die De-facto Regierung in Brasilien will über 46.000 Quadratkilometer Amazonas-Schutzgebiet für den Bergbau freigeben
Die De-facto Regierung in Brasilien will über 46.000 Quadratkilometer Amazonas-Schutzgebiet für den Bergbau freigeben QUELLE: LUBASI LIZENZ: CC BY-SA 2.0

Per Dekret hatte Temer vergangene Woche ein Naturschutzgebiet im Norden des Landes aufgelöst. Große Teile der über 46.000 Quadratkilometer sollen für den Bergbau freigegeben werden, um „neue Investoren anzulocken, mehr Wohlstand und neue Arbeitsplätze schaffen“, so Bergbauminister Fernando Coelho Filho. Der beschleunigte Abbau und Export von Rohstoffen solle das krisengeschüttelte Land wieder auf Wachstumskurs bringen, hatte die Regierung Temer mehrfach betont. Die „Renca“ liegt in den Bundesstaaten Amapá und Pará, nur etwas nördlich des Amazonasstroms. Vor allem Gold soll dort unter der Erde liegen, aber auch große Eisenvorräte, Kupfer und andere Erze.

Von Vilma Guzmán
weiterlesen bei amerika21

Kommentar verfassen