„Kirchen-Dokumente zur Militärdiktatur freigeben“

Uruguays Präsident Tabare Vazquez will am Freitag bei einem Treffen mit Papst Franziskus im Vatikan um die Freigabe der Kirchen-Dokumente aus der Zeit der Militärdiktatur bitten. Das sagte Vazquez nach Angaben des uruguayischen Portals espectador.com am Montag während seiner Europareise in der spanischen Hauptstadt Madrid. Damit will die Linksregierung die Aufklärung der Verbrechen während der Militärdiktatur (1973-1985) in dem südamerikanischen Land vorantreiben. Im vergangenen Jahr hatte Vazquez eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit ans Licht bringen soll. Die katholische Kirche in Uruguay steht hinter der Aufklärungsarbeit.

Trifft am Freitag Papst Franziskus: Uruguays Präsident Tabare Vazquez
Trifft am Freitag Papst Franziskus: Uruguays Präsident Tabare Vazquez – AP


Während der Militärdiktatur wurden Tausende Menschen verfolgt, festgenommen und gefoltert. Die Militärs gingen zunächst gegen Kommunisten, Gewerkschafter, Studenten und später auch gegen viele Kirchenmitarbeiter vor. Bis heute ist der Verbleib von rund 200 Regimegegnern ungeklärt. Bislang wurden nur wenige Gerichtsverfahren gegen Ex-Militärs geführt, die das Oberste Gericht vom Amnestiegesetz ausgeschlossen hatte.
Zuletzt hatte der Vatikan angekündigt, die Archive der katholischen Kirche für die Zeit der Militärdiktatur in Argentinien (1976-1983) zu öffnen. Opfer der Militär-Junta und deren direkte Angehörige könnten somit künftig die entsprechenden Dokumente einsehen. Auf ausdrücklichen Wunsch von Papst Franziskus seien die Dokumente dieser Epoche in den Archiven der Argentinischen Bischofskonferenz, des vatikanischen Staatssekretariats und der Vatikan-Botschaft in Buenos Aires katalogisiert und digitalisiert worden, hieß es. Die Kirche wolle damit einen Beitrag zu Wahrheit, Gerechtigkeit und Frieden leisten.

radiovaticana.va

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