Zika-Virus und Abtreibungen in Brasilien: „Mikrozephalie ist keine Krankheit“

Das sich in Lateinamerika und der Karibik ausbreitende Zika-Virus steht im Verdacht, Fehlbildungen im Mutterleib auszulösen. Zika gilt als Verwandter des weit verbreiteten Dengue-Fiebers, einen Impfstoff gibt es nicht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am Montag (1.) die Ausbreitung des Erregers als globalen Gesundheitsnotstand eingestuft. In Brasilien, dem bisher am stärksten betroffenen Land, gehen die Behörden von bis zu 1,5 Millionen Verdachtsfällen aus.

Ana Carolina Caceres hat gerade ihr Journalismus-Studium abgeschlossen (Fotos: Facebook)


Erst in sechs Fällen von Mikrozephalie konnte definitiv nachgewiesen werden, dass sich die Frauen zuvor mit Zika infiziert hatten. Diese Tatsache ändert allerdings nicht daran, dass immer mehr Frauen, die sich mit Zika infiziert haben, eine anonyme Abtreibung erwägen. Abtreibungen sind im südamerikanischen Land illegal. Ausnahmen sind nur möglich, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist, das Kind keine Überlebenschance hat oder die Mutter Opfer einer Vergewaltigung war und die Schwangerschaft noch nicht die 20. Woche überschritten hat. Letzte Woche hat die Nachricht über eine Aktion, die für die Freigabe der Abtreibung in Fällen von Mikrozephalie vor dem Obersten Gerichtshof (STF) wirbt, für viel Widerhall bei den Eltern von mit Mikrozephalie geborenen Kindern gesorgt. Die in Campo Grande (MS) geborene Ana Carolina Caceres zeigte sich empört: die 24-jährige wurde mit der Entwicklungsbesonderheit geboren und hat gerade ihr Journalismus-Studium abgeschlossen.

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