Umfragewerte für Argentiniens Präsidenten Macri brechen ein

Buenos Aires. Nur zwei von zehn Argentiniern sind laut einer aktuellen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Poliarquía Consultores mit der Amtsführung von Staatschef Mauricio Macri zufrieden. Demnach hat seine Beliebtheit innerhalb der Bevölkerung nach rund sechs Monaten Regierungszeit deutlich abgenommen.

Macri bei der Zeremonie zum Jahrestag der argentinischen
Streitkräfte am 30. Mai QUELLE: CASA ROSADA


Die Erhebung wurde für die argentinische Tageszeitung La Nación in der ersten Junihälfte durchgeführt. Demnach distanzieren sich 43 Prozent der Argentinier von der Macri-Regierung. Dies sind 18 Prozent mehr als zu Beginn seiner Amtszeit am 10. Dezember vergangenen Jahres.

Die gegenwärtige Situation im Land bewerten nur 19 Prozent der Bevölkerung als „positiv“, 39 Prozent als „mittelmäßig“ und die Mehrheit (42 Prozent) als negativ. Innerhalb der einigermaßen Zufriedenen machen 73 Prozent die Vorgängerregierung der links-peronistischen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner verantwortlich. Von den unzufriedenen 42 Prozent halten wiederum 67 Prozent die von Macri ergriffenen Maßnahmen für ursächlich für die aktuelle Situation.

Innerhalb der abstiegsgefährdeten Schichten („vulnerables“), sank die Befürwortung der aktuellen Regierung um knapp ein Drittel von 72 auf 46 Prozent. Nach einer Kategorisierung der Weltbank nach Pro-Kopf-Einkommen und einer Stabilitätsprognose liegt die Bevölkerungsgruppe zwischen den Mittelschichten und den armen Bevölkerungsschichten. Laut der Tageszeitung La Nación ist das Segment am meisten von der Inflation und den Preiserhöhungen für öffentliche Dienstleistungen betroffen.

Hervorstechend in der Analyse ist, dass die negative Einschätzung der Gegenwart und die positive Erwartung an die Zukunft weit auseinander klaffen. Denn obwohl nur 19 Prozent der Argentinier die aktuelle Lage im Land nach rund sechs Monaten Amtszeit von Präsident Macri positiv bewerten, geht die Bevölkerung größtenteils (58 Prozent) von einer Verbesserung der Situation innerhalb des kommenden Jahres aus.

Von Elisa Lorenz
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