Neuer Bericht dokumentiert Ausmaß der Gewalt der Opposition in Venezuela

Dokumentation politischer Übergriffe und Morde während laufender Proteste. Junger Mann stirbt an Folgen von Verbrennungen. Auch Polizisten verurteilt

Caracas. In Venezuela ist ein junger Mann verstorben, der am 20. Mai von oppositionellen Demonstranten mit Benzin übergossen und angezündet wurde. Der Fall des 21-jährigen Orlando F. hatte in Venezuela und weltweit für Entsetzen gesorgt – auch weil Vertreter der Opposition dem Opfer selbst später die Verantwortung für die Gewalttat gaben und ihn bezichtigten, Demonstranten beklaut zu haben. Nach Darstellung der Ermittlungsbehörden und von Angehörigen des Opfers wurde der Mann von seinen Mördern jedoch für einen Anhänger der sozialistischen Regierung gehalten, deren Sturz die Demonstranten anstreben. Die Zahl der Toten in Rahmen der Oppositionsproteste stieg nach offiziellen Angaben inzwischen auf 65.

Oppositionelle zündeten am 20. Mai in Venezuela einen jungen Mann an, den sie für einen Anhänger der Regierung hielten
Oppositionelle zündeten am 20. Mai in Venezuela einen jungen Mann an, den sie für einen Anhänger der Regierung hielten – QUELLE: VTV

Die Nachricht des Todes von Orlando F. wurde von Kommunikations- und Informationsminister Ernesto Villegas veröffentlicht. Der 21-jährige sei im Krankenhaus an einem Herzstillstand gestorben. Bei dem Angriff im oppositionell dominierten Hauptstadtviertel Altamira hatte er Verbrennungen auf 80 Prozent der Körperfläche davongetragen. Videos zeigen wie Orlando F. sich schwer verletzt in Sicherheit zu bringen versuchte, während Demonstranten weiter auf ihn einschlugen.

Inés Esparragoza, die Mutter des Opfers, machte Vertreter des Oppositionsbündnisses Tisch der demokratischen Einheit (MUD) für den Mord an ihrem Sohn verantwortlich. Es sei bereits der zweite Vorfall dieser Art in dem oppositionell kontrollierten Stadtteil von Caracas, sagte die Frau, um anzufügen: „Darf jetzt niemand mehr durch Altamira gehen?“

Am Freitag wurden indes sechs Personen wegen des Lynchmordes an dem Nationalgardisten a.D. Danny Subero angeklagt. Subero war am 27. Mai von einer Gruppe oppositioneller Demonstranten im Teilstaat Lara verschleppt, gefoltert und angeschossen worden. Die Angreifer hielten ihn für einen Agenten der Polizei. Der Mann konnte von Polizisten zwar befreit und in ein Krankenhaus gebracht werden, verstarb dort aber wenig später an den Folgen seiner Verletzungen.

Von Harald Neuber
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