Weltweite Demos für Demokratie in Venezuela: Proteste in Berlin, Hamburg, Essen und Chemnitz

In Berlin, Hamburg, Essen, und Chemnitz gehen erneut hunderte Venezolaner auf die Straße und demonstrieren diesmal unter dem Motto „Venezolaner lehnen neue Verfassungsreform ab“. Venezuelas Präsident Maduro schlägt vor, die Verfassung zu ändern und damit den schwelenden politischen Konflikt im Land zu lösen. Ziel sei eine andere juristische Ordnung. Eine Räterepublik solle mit der neuen Verfassung die Parteiendemokratie ersetzen. Auf diese Weise solle die Opposition davon abgehalten werden, einen Putsch zu versuchen, erklärte er. Die Opposition reagierte empört. Das Volk wolle Neuwahlen, keine Verfassungsänderung. Täglich werden die Menschenrechte im lateinamerikanischen Land von der Regierung des Präsidenten Maduro missachtet.

 

Seit 2013 regiert in Venezuela Präsident Nicolás Maduro. Er ist der Nachfolger von Hugo Chávez, der Venezuela von 1999 bis zu seinem Krebstod im Jahr 2013 als Präsident regierte. Seit der zeitweisen Entmachtung des Parlaments erlebt das Land die heftigsten Proteste seit 2014 – damals starben 43 Menschen. Die Demonstranten fordern Neuwahlen und die Absetzung des sozialistischen Präsidenten Maduro, dem sie die Vorbereitung einer Diktatur vorwerfen. Das Land mit den größten Ölreserven der Welt (rund 300 Milliarden Barrel – ein Barrel entspricht 159 Liter) ist seit dem Fall des Ölpreises in die tiefste Krise seiner Geschichte gerutscht. Folgen sind eine massive Inflation, schwere Versorgungsengpässen bei Grundnahrungsmitteln und Hygieneartikeln sowie ein besorgniserregender Anstieg der Kriminalität. Die Opposition fordert Maduros Absetzung.

Seit sieben Wochen kommt es in ganz Venezuela, besonders in der Hauptstadt Caracas, täglich zu Großdemonstrationen der notleidenden Bevölkerung. Anfangs setzte die Regierung nur Tränengas und Gummigeschosse gegen die Demonstranten ein. Bei Unruhen, Protesten und Plünderungen starben seit Anfang April mindestens 39 Menschen. Dazu gibt es derzeit 1289 politische Gefangene! Am Samstag gehen in Deutschland Venezolaner gemeinsam in Berlin, Chemnitz, Hamburg und Essen erneut auf die Straßen. Sie demonstrieren gemeinsam für Demokratie und transparente Neuwahlen!

„Wenn die Regierung das vom Volk gewählte Parlament entmachtet, dann handelt es sich um eine Diktatur“, so die Chemnitzer Mitorganisatorin Nuvia Ollarves (57). „Wir fordern die demokratischen Länder der Welt auf, den Rechtsstaat und die Freiheit von VENEZUELA zu unterstützen und die momentane Regierung als Diktatur einzustufen“, so Organisator Irving Cova (30). Mit Plakaten, Transparenten, Fahnen, Flugblättern, demonstrieren Venezolaner aus ganz Sachsen auf dem Platz am Roten Turm in Chemnitz.

latina-press

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