Zika-Epidemie – Lateinamerika geht vereint gegen das Virus vor

In Uruguay verständigten sich die Gesundheitsminister der Region auf eine Reihe von Maßnahmen. Indessen rief der Gouverneur von Florida (USA) in vier Bezirken den Notstand aus.

Mehr als ein Dutzend lateinamerikanische Staaten wollen den Ausbruch des Zika-Virus koordiniert bekämpfen. Die Gesundheitsminister Südamerikas sowie ihre Amtskollegen aus Mexiko, Costa Rica und der Dominikanischen Republik haben auf einem Krisentreffen in der uruguayischen Hauptstadt Montevideo beschlossen, die wissenschaftlichen Verfahren zur Identifizierung des Virus zu vereinheitlichen. Auch der Überträger, die Mücke Aedes aegypti, soll über Grenzen hinweg bekämpft werden.

Eine Mutter hält ihr Kind in einem brasilianischen Krankenhaus.
Es wurde mit einer durch das Zika-Virus verursachten Schädelfehlbildung geboren.
© Felipe Dana/AP Photo/dpa

Zika ist ein seit Langem bekanntes Virus, das in Uganda entdeckt wurde und leichte Erkältungssymptome hervorruft. Seit dem aktuellen Ausbruch, der in Brasilien begann, steht der sonst recht harmlose Erreger unter Verdacht, Fehlbildungen (Mikrozephalie) bei Ungeborenen auszulösen. Unter anderem deshalb – und weil sich die Infektion durch den Stich infizierter Mücken gerade rasant verbreitet – hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den weltweiten Gesundheitsnotstand ausgerufen.

„Es gibt weder magische Lösungen noch einfache Antworten“, sagte Uruguays Gesundheitsminister Jorge Basso nach dem Treffen. Viel hänge vom Verhalten der Bevölkerung ab, weswegen die Informationskampagnen verstärkt werden sollten, ergänzte er. Die Bevölkerung wird unter anderem dazu aufgerufen, jede unnötig stehende Wasserlache zu beseitigen. Die Mückenweibchen legen ihre Eier an Pfützen, Brunnen, Regenrinnen und ähnlichen feuchten Plätzen ab, wo dann in wenigen Tagen Larven heranwachsen, sich verpuppen und zu ausgewachsenen Moskitos werden.
Brasilien, das mit bis zu 1,5 Millionen Zika-Erkrankungen am stärksten betroffene Land, bot unter anderem die Ausbildung von Sanitätern an. Auch soll internationale Hilfe angefordert werden. Der brasilianische Gesundheitsminister Marcelo Castro teilte mit, sein Land habe eine Zusammenarbeit mit der US-Gesundheitsbehörde CDC vereinbart, um die Entwicklung eines Impfstoffs zu fördern.

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