Fleisch ist dem Uruguayo sein Gemüse!

An Fleisch und ganz besonders Rindfleisch kommt man in Uruguay ganz schlecht vorbei.
Der Konsum ist einer der größten weltweit und lag 2012 bei rund 60 kg pro Kopf und Jahr.

Die Preise sind, im Vergleich zum deutschen Standardmetzger, hier sehr moderat und der Staat passt auf, dass der Normalbürger sich möglichst sein Rindfleisch zum Grillen leisten kann.

Die Standardpreise reichen von 3,20 Euro für Assado de Tira (Rinderrippen) bis 12 Euro für ein Kilo Filet im Sonderangebot. Das kann aber auch gerne mal 24 Euro/kg kosten. Entrecote oder Rib-Eye liegen meist bei 8-10 Euro das Kilo. Schwein wird hier weniger gegrillt als Rind, ist aber weiter auf dem Vormarsch.

T-Bone 800-1000g/Stck (Costilla con Lomo - Kotelett mit Lende)
T-Bone 800-1000g/Stck – (Costilla con Lomo – Kotelett mit Lende)

Die Fleischtheken sind fast überall so aufgebaut, das rund 60% der Fläche von Rind und Kalb belegt wird. Den Rest teilen sich Lamm, Schwein und Rinder-Innereien wie Leber, Niere, Dünndarm usw. (ja das wird hier gegrillt!)

links oben Leber, rechts daneben Dünndarm und Pansen, Mitte Zunge und unten Herz und Nieren
links oben Leber, rechts daneben Dünndarm und Pansen, Mitte Zunge und unten Herz und Nieren

Falls das Wetter es zulässt, sitzt der Uruguayo draußen an seinem Parrilla und es wird gegrillt, mit der Familie und Freunden gegessen und getrunken.

Ein Haus ohne den südamerikanischen Grill, dem Parrilla, ist hier nichts Wert. Die meisten sind noch überdacht oder gleich in einem kleineren Gebäude, dem Barbacoa untergebracht.
Selbst in vielen Apartmenthäusern mit mehreren Stockwerken hat jede Wohnung auf dem Balkon einen großen Grill.

 

Beispiel Standard-Parrilla - links der Bereich für das Holzfeuer, rechts höhenverstellbarer Grillrost
Beispiel Standard-Parrilla – links der Bereich für das Holzfeuer, rechts höhenverstellbarer Grillrost
Eigenbau aus Fässern und Blechen auf der Feria in Maldonado
Eigenbau aus Fässern und Blechen auf der Feria in Maldonado

 

Die Parrillas werden hier zum größten Teil mit Holz befeuert und nicht, wie in Deutschland, mit Holzkohle oder gar Briketts!! Und das, obwohl es hier super-erstklassige Holzkohle aus Paraguay gibt. Wir hatten ja noch ein paar Säcke von den Briketts in unserem Container und unsere uruguayischen Auspacker meinten, sie hätten noch nie etwas gegessen was mit so „ETWAS“ gegrillt wurde 🙂 

Da hier ja ständig gegrillt wird, brennt auch dauernd irgendwo ein Holzfeuer und überall sind Stände, an denen man trockenes Hartholz kaufen kann. Auch im Supermarkt gibt es bis zu 4 verschiedene Sorten gebündeltes Holz.

Zum Anzünden gibt es zwar auch chemisches Zeug, aber es werden hauptsächlich dicke Pinienzapfen benutzt, die hier auch am Straßenrand in Säcken verpackt zu kaufen sind. Die sind durch den hohen Harzanteil optimale Brandbeschleuniger und eignen sich natürlich auch,um den offenen Kamin in Gang zu setzten.

Man produziert sich seine glühende Holzkohle hier also „Just in time“ und hat das romantische Flackern noch mit dabei.

 
Holzkohle herstellen
Holzkohle herstellen

 

Die so produzierte Glut wird mit einem Haken so unter dem Rost verteilt, dass jedes Stück Fleisch seine optimale Gar-Temperatur bekommt. Um die Temperatur weiter regeln zu können, sind die Roste meist an einer Seite oder hinten aufgehängt, um sie schräg stellen zu können.

 
Parilla im Einsatz
Parilla im Einsatz
So werden hier täglich kleine Wälder verheizt, allerdings CO2-neutral.
Im nächsten Teil von „Fleisch ist dem Uruguayo sein Gemüse“ gibt es ein paar Informationen zu den Fleischsorten, den Schnitten (die hier sehr von denen in Europa abweichen) und anderen Besonderheiten.
Für Vegetarier und Veganer gibt es hier natürlich auch vieles zum futtern und grillen. Das Angebot an Gemüse, Salat und Obst ist absolut klasse. Außerdem gibt es einen sehr leckeren Grillkäse (Provolone), Seitan, Tofu und vieles mehr.

In diesem Sinne: Guten Hunger 🙂 

Viele Grüße,
Doris & Reinhard

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