Diebstahl von Pferden – Lösegeldzahlung oder Schlachthaus!

Es kam in Uruguay schon immer mal vor, dass Pferde von Weiden und aus Ställen gestohlen wurden. In letzter Zeit nimmt dies aber rasant zu. Besonders perfide an der Sache ist aber, dass man seine hochbeinigen Freunde gegen Zahlung eines Lösegeldes zurückbekommen kann. Zahlt man nicht, wird damit gedroht, das Pferd zum Schlachter zu geben. 

So geschehen vor einigen Wochen in der Nähe von Atlántida 🙁 



Insgesamt wurden vier Pferde in der Nacht von der Weide gestohlen. Durch eine groß angelegte Suchaktion unter befreundeten Gauchos wurden morgens zwei Pferde auf einer Weide in einer üblen Ecke in der Nähe von Pando gefunden. Die beiden anderen Pferde wurden in dieser Zeit schon nach Montevideo gebracht. 


Das Perverse ist, dass die Tiere übel behandelt und sogar misshandelt wurden. Sie wurden weder gefüttert, noch bekamen sie Wasser. Die vorhandenen Brandzeichen wurden „überbrannt“ und die Tiere vorsätzlich gequält. 

Die zwei nicht aufgefundenen Pferde wurden gegen die Zahlung eines Lösegelds in Höhe von 8.000 bzw. 15.000 UY Pesos zurückgegeben. Allerdings waren beide Pferde in einem schlimmen Zustand. Beiden waren am Verhungern und Verdursten und hatten teilweise riesige offene Wunden.

Von Diebstahl bis Rückkehr nach Lösegeldzahlung vergingen nervenaufreibende Tage für die Besitzer, Freunde und Bekannte. 



Diese Pferde sind Familienmitglieder. Vorsätzlich misshandelt und gequält, geschundene Seelen und Körper. Ob sie jemals wieder geritten werden können, ist fraglich. 


Die Polizei ist mehr oder weniger machtlos. Einige Polizisten wissen sogar davon, sofern sie in den entsprechenden Barrios in Montevideo wohnen, wo die Pferdediebe herkommen. In einige Stadtteile traut sich die Polizei schon gar nicht mehr hinein und man setzt dort stattdessen die Armee ein.

Die Pferde in dem hier beschriebenen Fall wurden uruguayischen Farm-Mitarbeitern gestohlen, für die ihre Pferde ihr Leben sind. Die Beziehung zu den Tieren kann man selbst als deutscher Pferdenarr schwer nachempfinden und die Sorge und Trauer um die Tiere war und ist groß.

Und die Diebstahlserie geht weiter. Fast täglich erfahren wir von neuen Fällen. Es betrifft vor allem das Einzugsgebiet von bis zu 50 km um Montevideo. 
Man sollte also auf der Hut sein und Vorsorge treffen! 

Es überstieg unsere Vorstellungskraft, dass es Menschen gibt, die so grausam und skrupellos mit Tieren umgehen. Schon gar, wenn man in diesem Pferdeverrückten Uruguay wohnt 🙁  

Wir sind schockiert! Und traurig! 



Englische Version/English version: http://abnachuruguay.blogspot.com.uy/2016/07/kidnapping-of-horses-ransom-or.html

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