Buenos Aires : Streetart – Die Straße als Museum

Unter der Militärdiktatur Ende der achtziger Jahre blühte die Streetart-Szene in Buenos Aires erstmals auf. Junge Menschen aus der Mittelschicht machten ihren Emotionen Luft und nutzten die freien Flächen der Stadt, um ihre Meinung zu äußern. Mit der Finanzkrise 2001 sprangen auch die Kreativen der Stadt auf den Straßenkunstzug auf und protestierten mit Farbe und Inspiration gegen den zunehmenden Verfall der Stadt. Bis heute haben die Straßenkunstwerke in Buenos Aires zumeist eine politische Motivation, zeigen die gegenwärtigen Missstände auf und wetteifern dabei mit den barocken und neoklassizistischen Gebäuden der Stadt.

 

Die lebhafte Streetart-Szene in Buenos Aires ist ein Quell des Stolzes für die Bewohner der Stadt
Die lebhafte Streetart-Szene in Buenos Aires ist ein Quell des Stolzes für die Bewohner der Stadt (Fotos: Ente de Turismo de la Ciudad de Buenos Aires)

Inzwischen hat sich Buenos Aires in der internationalen Streetart-Szene einen Namen gemacht, kürzlich nannte Lonely Planet Argentiniens Hauptstadt unter den Top 8 Streetart-Städten der Welt. Ein Grund hierfür ist, dass die Kunst im öffentlichen Raum nicht verboten sondern ausdrücklich erwünscht ist. Die meisten Künstler sind tagsüber am Werk und kommen dabei in Kontakt mit Bewohnern und Besuchern. Anders als in Deutschland bedarf der Künstler keiner offiziellen Genehmigung sondern nur der Erlaubnis des Eigentümers des Gebäudes, bevor er sich ans Werk machen kann. Diese Erlaubnis wird – bei Gefallen des Motivs – gern erteilt, denn für die meisten Porteños ist die Straßenkunst ein Ausdruck von Freiheit und eine Möglichkeit, die Stadt zurückzuerobern.

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