Acht Festnahmen im Fall des ermordeten Arno W. in Uruguay

Wurde Sekten-Guru erpresst?

Montevideo/Oerlinghausen(WB). Warum wurde der aus Oerlinghausen stammende Sekten-Guru Arno W. (61) in Uruguay ermordet? Jetzt gehen Ermittler dort einer konkreten Spur nach: Der Verkauf seines Hauses, bei dem es um eine sechsstellige Summe ging, könnte laut uruguayischen Medien ein Motiv sein. Sie berufen sich übereinstimmend auf Angaben der Ermittler. Von Erpressung ist die Rede.

Arno W. wurde in Uruguay ermordet.
Arno W. wurde in Uruguay ermordet.

Wie am 1. September berichtet, war W., Gründer der Sekte »Licht-Oase«, am 28. August tot am Strand des Ortes La Floresta (50 Kilometer östlich der Hauptstadt Montevideo) entdeckt worden – mit einer Plastiktüte über dem Kopf, in Handschellen und mit gefesselten Füßen. W. war kurz vor einem Prozess wegen Kindesmissbrauchs in Detmold 2007 abgetaucht. Er soll 1994 die damals 13-jährige Lea Saskia Laasner vergewaltigt und misshandelt haben. Fahnder des Bundeskriminalamtes hatten ihn und seine Frau Julie R. 2015 in Uruguay aufgespürt. Die 60-Jährige war als Mithelferin angeklagt. Die Justiz des Landes lehnte eine Auslieferung jedoch ab: Die in Deutschland angeklagten Taten seien nach uruguayischem Recht verjährt.

Acht Personen in Uruguay festgenommen
In Uruguay sind jetzt acht Personen festgenommen worden – fünf Männer und drei Frauen –, die im Verdacht stehen, mit dem Mord an W. etwas zu tun zu haben. Hintergrund ist der Verkauf von W.s Landhaus. Laut Medienberichten hatte er dies für 280.000 Dollar an einen Unternehmer verkauft – für 120.000 Dollar weniger, als er selbst einst bezahlt haben soll. 40.000 Dollar habe der Käufer, der sich unter den Festgenommen befindet, im Juli offenbar angezahlt. Die Restzahlung sei nach der Rückkehr W.s von einer Reise nach Brasilien vereinbart worden. Niemand habe von W. dann etwas gehört, bis er tot am Strand gefunden wurde.

Die Ermittler vermuten nun, dass W. erpresst wurde. Er habe nach der Abwicklung des Hausverkaufes Uruguay offenbar verlassen wollen. Unter den Verdächtigen seien zwei Polizisten. Die Polizei fahndet weiter per Haftbefehl nach Julie R. und einer Frau, die bei dem Paar in Uruguay lebte. Bei ihr soll es sich um die Mutter Lea Saskia Laasners handeln.

Der deutsche Anwalt von Julie R. will sich nicht gegenüber der Presse äußern. Nach dem Tod W.s hat die Staatsanwaltschaft Detmold das Verfahren gegen ihn jetzt eingestellt, teilte Oberstaatsanwalt Ralf Vetter gestern mit.

Von Bernd Bexte

gefunden bei westfalen-blatt.de

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