Uruguay beendet UN-Mission in Haiti im April

Montevideo. Der Staatspräsident von Uruguay, Tabaré Vázquez, hat den Rückzug der in Haiti stationierten uruguayischen UN-Soldaten im Laufe des Aprils angekündigt. Uruguay war seit dem Jahr 2004 mit bis zu 1.100 Soldaten an der „Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Haiti“ (MINUSTAH) beteiligt.

 

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Bereits im Jahr 2014 begann der allmähliche Rückzug uruguayischer Truppen, derzeit besteht die Mission des südamerikanischen Landes noch aus rund 250 Angehörigen. Deren Mandat endet mit Ende März, und bis Ende April dieses Jahres sollen sämtliche Missionsangehörige aus Uruguay die Karibikinsel verlassen haben.

Die MINUSTAH war vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im Jahr 2004 in Reaktion auf die damaligen politischen Unruhen in Haiti eingesetzt worden. Sie nahm am 1. Juni ihr Mandat auf, das in der Folge mehrere Male verlängert wurde. Nach dem verheerenden Erdbeben des Jahres 2010 wurde die Zahl der in Haiti stationierten ausländischen Missionsangehörigen auf mehr als 12.000 aufgestockt.

In Uruguay hatte die Beteiligung an der MINUSTAH seit Beginn immer wieder zu interner Kritik innerhalb der Regierungskoalition Frente Amplio geführt. In den Jahren 2005 und 2014 traten aus diesem Grund zwei ihrer Kongressabgeordneten von ihren Funktionen zurück. Der Rückzug der uruguayischen Truppen wurde bereits von Vázquez‘ Amtsvorgänger José Mujíca angekündigt, dieser hatte dafür jedoch kein konkretes Datum genannt.

Im Verlauf der UN-Mission wurden auch immer wieder sexuelle Übergriffe von ausländischen UN-Soldaten gegen haitianische Frauen bekannt. Auch Soldaten aus Uruguay waren mehrfach mit diesem Vorwurf konfrontiert. Laut offiziellen Zahlen des uruguayischen Militärs waren in den Jahren 2011 bis 2014 insgesamt sechs Anzeigen wegen sexuellem Missbrauch und vier Vaterschaftsklagen eingegangen.

Von Christian Dürr
amerika21

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