Frauen in Lateinamerika kämpfen gegen Ungleichheit

Aktionen in mehreren Staaten. UN-Kommission Cepal weist auf Ungleichheit hin. Minister in Uruguay diskutieren Maßnahmen für mehr Gleichberechtigung

Montevideo/Buenos Aires. Am internationalen Tag der Frau haben auch in Lateinamerika und der Karibik zahlreiche Aktionen gegen Ungleichheit und geschlechtsbezogene Diskriminierung stattgefunden. Zahlreiche Frauen schlossen sich dem transnationalen Streikaufruf der Organisation „Paro Internacional de Mujeres“ (Internationaler Frauenstreik) an, um aufzuzeigen wie ein Tag ohne Frauen aussehen würde. Im Zuge dieser Streikbewegung sollten weltweit über 300 Demonstrationen in mehr als 50 Ländern stattfinden, die die Forderungen der Frauen nach Gleichbehandlung verbinden.

 

Feministischer Protest. In Lateinamerika gingen am 8. März zehntausende Frauen auf die Straß
Feministischer Protest. In Lateinamerika gingen am 8. März zehntausende Frauen auf die Straße – QUELLE: GAELX LIZENZ: CC BY-SA 2.0

In Uruguay hat der Gewerkschaftsbund PIT-CNT zu einem Generalstreik aufgerufen. Es sei eine Demonstration gegen Gewalt gegen Frauen geplant, an der sich mehrere soziale Organisationen beteiligen. In Brasilien finden Kundgebungen in mehr als 60 Städten statt. Die Teilnehmenden dieser Demonstrationen hatten eine weitere zentrale Forderungen: ein Ende der Gewalt gegen Frauen und der Frauenmorde. Zudem wehren sie sich gegen die geplante Anhebung des Rentenalters für Frauen. Auch die argentinischen Organisatoren der Bewegung „Ni una menos!“ (Nicht eine weniger!) hatten zur Teilnahme am internationalen Streik aufgerufen. Diese Bewegung hat sich aufgrund der zunehmenden Anzahl von Feminiziden, geschlechtsspezifischen Morden an Frauen, in der Region formiert. Es kam zu Übergriffen der Polizei auf eine Kundgebung vor der Kathedrale von Buenos Aires. Dort hatten Demonstrantinnen sich explizit gegen die Politik der Regierung von Präsident Mauricio Macri gewandt.

Die UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika (Cepal) wies indes darauf hin, dass die Einbindung von Frauen in den Arbeitsmarkt in der Region stagniert. Die Quote liege bei 53 Prozent und würde keine Entwicklung zeigen, hieß es von dieser Seite. Zudem seien 78,1 Prozent der arbeitenden Frauen in niedrig bezahlten Beschäftigungsverhältnissen angestellt.

In Uruguay hatten Regierungsmitglieder bereits am Montag öffentlich über die Situation der Frauenrechte im Land diskutiert. Im Fokus standen laut der uruguayischen Zeitung La Diaria Pläne der Ministerien für die Durchsetzung der Gleichberechtigung und für die Bekämpfung von Gewalt gegenüber Frauen. Der Nationale Geschlechterrat und das Nationale Institut der Frauen hatten die Diskussion bewusst im Vorfeld des Frauentags organisiert.

An der Veranstaltung „Más igualdad, compromiso del Estado. Punto final a la violencia de género“ (Mehr Gleichberechtigung, eine Verpflichtung des Staates. Schluss mit der geschlechtsspezifischen Gewalt) nahmen zahlreiche Kabinettsmitglieder teil. Die sieben Frauen und sieben Männer diskutierten im Laufe der Veranstaltung Maßnahmen, um die Gleichberechtigung zu verbessern.

Von Leon Kaschel, Michaela Fischer, Harald Neuber
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