Mieten-Kaufen-Wohnen – in Uruguay – Teil 1

Mieten

Um ein Verständnis für die Art und Weise zu bekommen, wie man in Uruguay mit dem Begriff „Haus mieten“ umgeht, bedarf es schon ein wenig Zeit. Wenn man meint, auch nur im Entferntesten an eventuelle Erfahrungen aus Deutschland anknüpfen zu können, ist nach unserer Meinung fehl am Platz.

Hier wird ungern über einen längeren Zeitraum vermietet, man beschränkt sich lieber auf die Hauptreisezeit und lässt die Häuser dann leer stehen bis zur nächsten Saison. Die Mietpreise richten sich nicht nach einem „Mietspiegel“, sondern nach dem Gusto des Vermieters und nach der Nähe zum Strand. Viele Objekte, wenn nicht sogar die meisten, sind zum Bewohnen rund ums Jahr nicht ausgelegt. Es fehlt meist die Möglichkeit die Räumlichkeiten warm zu bekommen oder die Wärme dann auch halten zu können. Die Fenster, Türen und offenen Kamine sind dafür zum größten Teil nicht geeignet. Falls man doch den Winter dort verbringen möchte, benötigt man in der Regel stromfressende Heizlüfter oder ähnliches und muss sich dann auf eine gesalzene Rechnung des Stromversorgers UTE gefasst machen.

 

 
Buscandocasa.com
Buscandocasa.com

 

Bei Buscandocasa.com bekommt man zur Zeit bei der Suche nach Häusern zur Jahresmiete im Bereich Costa de Oro genau 37 Treffer. Preise pro Monat z. B. in Atlántida von 470 (50 m²) – 6000 (500 m²) USD.

Sollte man also in Uruguay für längere Zeit ein Haus mieten wollen, dann sollte man sich für die Suche und Auswahl mindestens 10-14 Tage Zeit nehmen. Wir hatten das 2012 Anfang September auch 10 Tage lang probiert. Wer mehr Zeit hat, ist klar im Vorteil und es ist natürlich möglich, innerhalb von 2 Wochen auch gar nichts zu finden. Auch nicht mit heraufgestufter Kompromissbereitschaft!


Von Solymar bis Piriápolis hatte Reinhard, mit Hilfe unseres Einwanderungshelfers, bei unzähligen Immobilienmaklern nachgefragt und dabei ungefähr 8 Objekte angeboten bekommen und ganze 4 davon in Augenschein nehmen dürfen. Bei den anderen hatte entweder der Makler oder der Besitzer keine Lust, es war damals gerade nicht so warm und es hat öfters geregnet.


Nur 2 davon kamen in die engere Wahl, der Rest war teils gruselig. Wir suchten nach Häusern mit mindestens 3 Schlaf- oder sonstigen Zimmern, Küche und 1-2 Bädern. Alleine bei dem ersten Haus in El Pinar, müsste man die drei angebotenen Schlafzimmer alle zusammenlegen um unser Doppelbett, was ja im Container unterwegs war, unterbringen zu können. Da waren aber eventuelle Schränke und Platz, um ins Bett zu kommen nicht mitgerechnet! Die Heizung, ein Holzofen, stand übrigens im 1. Stock auf dem Flur. Unten gab es, außer in der Küche, keine Heizmöglichkeit.

Die anderen Häuser waren entweder auch zu klein, zu nass, hatten keine ausreichende Heizmöglichkeit, die Nachbarschaft voller bellender Hunde (bei unseren 2 Katzen) oder waren einfach nur nicht bewohnenswert. 


Bei den Preisen sollte man, für ein Haus mit 3 Zimmern, Küche, Bad mit ca. 100 m² überbauter Fläche, eher von 1000 USD und mehr pro Monat ausgehen und sich über ein gefundenes Schnäppchen freuen. 


Die m² Angaben in den uruguayischen Anzeigen haben mit den deutschen auch wieder nichts gemeinsam. Es wird jeder bebauter m² mit hinzugezählt. Auch der überdachte Grillplatz, der Carport, die Terrasse usw. Es ist auch wichtig zu wissen, dass die Anzahl der benötigten Zimmer, wie in unserem Beispiel in El Pinar, nicht immer mit dem benötigten Platz übereinstimmt. Da sich der Urugayo lieber draußen aufhält, ist ihm das Platzangebot drinnen nicht so wichtig. Die Bilder und Angaben in den Onlineanzeigen sind sehr oft keine Möglichkeit eine echte Vorauswahl treffen zu können. Also immer alles anschauen, auch wenn es manchmal schwer fällt.


Also noch mal an alle, die dass hier auch durchziehen möchten: Nehmt euch viel Zeit!

Hier ein paar Bilder eines Objektes in Salinas. Der Preis lag um die 600 USD/ Monat.

Das Bad!
Das Bad!
Die Küche!
Die Küche!
Der "Hof" mit "Parilla"
Der „Hof“ mit „Parilla“

 

Falls man dann ein Objekt gefunden hat, liegt die Verantwortung dafür auch wieder beim Mieter und nicht beim Vermieter. Bei uns hat man sich die ersten paar Wochen noch etwas Mühe gegeben und dann einfach gar nicht mehr auf Probleme reagiert. Man sagt uns aber, dass diese Vorgehensweise hier durchaus normal wäre. 

Tipp von uns: Man sollte vielleicht die Zuständigkeiten bei anfallenden Problemen und Reparaturen schon im Vertrag festhalten. Es könnte allerdings sein, dass dann keiner zustande kommt…


In unserem Mietobjekt ist die Lage derzeit folgende: Toiletten spülen nicht oder nicht richtig, Strom in einem Raum geht nicht mehr, Pooltechnik defekt usw.!

Falls man Hilfe vom Vermieter bekommt, darf man sich glücklich schätzen. Miete reduzieren wegen Problemen: geht meist nicht, weil in der Regel für die gesamte Mietdauer im Voraus bezahlt wird. Also einfach nur die Nerven behalten.

Aussehen ist nicht alles...
Aussehen ist nicht alles…

Der eine oder andere könnte jetzt natürlich auch meinen, dass man gleich ein Haus kaufen könnte. Könnte man, das dauert aber noch länger…

Darüber mehr im 2. Teil von Mieten-Kaufen-Wohnen in Uruguay.


Viele Grüße aus dem kalten Uruguay,

Doris & Reinhard

Hier geht es zu den anderen Artikeln zum Thema Mieten – Kaufen – Wohnen
Teil 1 – Mieten oder Kaufen
Teil 2 – Kaufen

Teil 3 – Renovieren
Teil 4 – Umzug
Teil 5 – Grundsätzliches

8 thoughts on “Mieten-Kaufen-Wohnen – in Uruguay – Teil 1

  1. Das klingt ja alles abschreckend. Vielleicht ist es in anderen Regionen etwas besser oder aber positives dazu gelernt ? Wir spielen auch mit dem Gedanken nach Uruguay zu gehen ( allein schon wegen der Witterung). Aber die Meinungen sind so unterschiedlich wie hier D das Aprilwetter…
    Gruß Harald Engelhardt

  2. Hallo Harald,
    nach unserer Meinung hat sich da nicht viel verändert. Es gibt sicherlich einige Häuser rund um Punta del Este und auch sonst überall die überdurchschnittlich gut sind. Aber der größte Teil eben nicht. Wie die Qualität der Häuser über 400.000 USD aussieht wissen wir auch nicht, da wir so viel nie investieren wollten.
    Bekannte die schon viele Jahre hier sind waren der Meinung das es hier kein schimmelfreies Haus geben kann.

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