Uruguay ist medial bestens erschlossen

Montevideo. Das staatliche Kommunikationsunternehmen Uruguays, Antel, hat die beste Abdeckung mit LTE in ganz Lateinamerika. Dies geht aus einem kürzlich publizierten Bericht von Open Signal hervor.

Der Firmensitz von Antel im Zentrum Montevideos, „Torre de Antel“
QUELLE: BENLET26 LIZENZ: CC BY-SA 3.0

Der Mobilfunkstandard LTE, kurz für Long Term Evolution, ist eine DSL-Ersatztechnologie mit einem Download-Volumen von bis zu 300 Megabit pro Sekunde. Das sind deutlich höhere Raten als bei älteren Standards. Mobile Anwendungen und Features, wie beispielsweise mobiles Fernsehen oder aufwändige Streaming-Applikationen für Smartphones sind damit wesentlich besser möglich. Spitzenreiter ist Südkorea mit einer Abdeckung von 97 Prozent, gefolgt von Japan mit 90 und Hongkong mit 86 Prozent. Auf Platz acht folgt Uruguay mit 82 Prozent. Einige europäische Länder, wie Holland, Schweden und Norwegen liegen bei einer guten Abdeckung zwischen 70 und 80 Prozent, ebenso wie die USA mit 78 Prozent. Im Vergleich dazu schneidet Deutschland mit 53 Prozent nur mäßig ab und ist gleichauf mit Marokko.

Antel gilt als Pionier für LTE-Technik in Lateinamerika und hatte schon 2011 die erste LTE-Generation an den Start gebracht. „Seitdem steigen Abdeckung und Übertragungsgeschwindigkeit stetig an“ heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Zudem hat Antel den Anspruch „allen Uruguayern eine gleichbleibend gute Verbindung landesweit anzubieten“. Auch bei den Internetzugängen erlaubt Antel die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit des Kontinents dank guter Ausstattung mit Glasfaserkabeln, weltweit liegen sie auf Platz sieben.

Die Vereinten Nationen sehen Breitbandverbindungen als einen Schlüssel für Wirtschaftswachstum. Zudem sind die politischen und institutionellen Bedingungen in Uruguay ausgezeichnet, wie ein IT-Ranking des Weltwirtschaftsforum feststellt. Bereits vor zehn Jahren startete die damalige Regierung von Präsident Tabaré Vázquez eine Computer-Offensive namens Plan Ceibal: über 30.000 Kinder an öffentlichen Schulen wurden mit einem günstigen Notebook ausgestattet. Es sollte sie und ihre Familien auf spielerische Art mit den künftigen Anforderungen der Berufswelt vertraut machen.

Nicht nur die technischen Voraussetzungen, auch die kulturellen und wirtschaftlichen Bedingungen seien ausgezeichnet. Miguel Brechner, der damalige Leiter des „Plan Ceiba“ sagte, dass die Initiative bereits als Katalysator des Geschäfts von uruguayischen Animationsstudios und Content-Developers gedient hat, denn einige Unternehmen entwickelten gezielt Programme und Spiele für die Schul-Laptops.

Von Gunda Wienke

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