Uruguay verweigert Auslieferung zweier mutmaßlicher Sektenführer

Detmold/Montevideo (dpa/lnw) – Ein Gericht in Uruguay hat die Auslieferung von zwei mutmaßlichen Sektenführern und Sexualstraftätern an die Bundesrepublik Deutschland abgelehnt. Bei dem 60 Jahre alten Mann und einer 59-jährigen Frau handele es sich um führende Mitglieder der Sekte «Lichtoase», wie eine Sprecherin des Landgerichts Detmold am Mittwoch mitteilte. Die beiden seien im Juni dieses Jahres von Zielfahndern des Bundeskriminalamts und der urugayischen Polizei in Uruguay festgenommen worden.

Der Mann soll zwischen Frühjahr und November 1994 ein damals 13 Jahre altes Mädchen mehrfach vergewaltigt und sexuell misshandelt haben. Der 59-Jährigen wird Beihilfe vorgeworfen. Im Mai 2006 hatte die Detmolder Staatsanwaltschaft Anklage gegen die beiden erhoben. Nach Informationen des Gerichts sitzen die Angeklagten derzeit wegen einer anderen Sache in Uruguay in Haft. Weitere Details dazu wurden zunächst nicht bekannt.

Von der Ablehnung des Auslieferungsersuches hätten die deutschen Behörden im September von der internationalen Polizeibehörde Interpol erfahren, sagte die Sprecherin. Der Grund für die Ablehnung sei demnach gewesen, dass die Tat nach urugayischem Recht bereits verjährt sei. Zudem lasse die Strafprozessordnung des südamerikanischen Landes eine Auslieferung nicht zu. Die Staatsanwaltschaft in Detmold warte jetzt auf die Übermittlung der entsprechenden Dokumente durch das Gericht in Montevideo und prüfe dann weitere Schritte.

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