URUGUAY: Präsident Mujica begrüßt syrische Flüchtlinge

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Viele reden, Uruguays Präsident Mujica handelt: Unbürokratisch hat er syrische Flüchtlingskinder in sein Land geholt, die vor dem syrischen Bürgerkrieg geflohen sind. 

Pepe Mujica in einem Interview mit Radio Uruguay: „Wäre es nicht die Mühe wert sich aufzuraffen und zu versuchen, diesen verlassenen Kindern dort zu helfen.” 50 bis 100 syrische Kinder, die vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat nach Jordanien geflohen sind, wolle Uruguay im September aufnehmen, erklärte der Präsident im Juni. Nun sind die ersten 42 der insgesamt 114 Syrer in Uruguay angekommen.



Der Präsident José Mujica hat die Flüchtlinge auf dem Flughafen persönlich begrüßt und Geschenke, vor allem Fußbälle, Spielzeug und Leckereien für die Kinder überreicht.

Anschließend wurden die Flüchtlinge in einem katholischen Haus, 18 km von der Innenstadt Montevideos entfernt, untergebracht, wo sie für die ersten zwei Monate leben werden. Die dort lebenden hundert Einwohner begrüßten die Flüchtlinge mit Applaus und Willkommensschildern.


„Sie sind sehr dankbar in Uruguay zu sein, denn sie haben das Gefühl aus der Hölle gekommen zu sein,” sagte Pepe den Reportern, bevor er sich wieder in sein Haus in einem Armenviertel am Stadtrand von Montevideo zurückzog.

Es wird erwartet, dass alle die spanische Sprache erlernen, um sie in der uruguayischen Gesellschaft zu integrieren. Die 42 Menschen sind sunnitische Muslime und 60 Prozent von ihnen sind Kinder.
„Sie werden in der Lage sein ihre Religion zu leben, aber wir werden nicht eine Moschee bauen”, sagte der Direktor der Menschenrechte Javier Miranda, in der Pressekonferenz. Uruguay plane ein Umzugs- und Siedlungsprogramm für einen Zeitraum von zwei Jahren, mit Kosten in Höhe von $ 2.000.000.

Weitere sieben Familien mit insgesamt 72 Personen werden im Februar in Uruguay erwartet.

„Mehr als Worte”

Von den 2,5 Millionen Bürgerkriegsflüchtlingen aus Syrien, die es über die Grenze in Aufnahmelager geschafft haben, sind 1,2 Millionen Kinder. Fast die Hälfte davon ist jünger als fünf Jahre, sagt die Flüchtlingskommission der Vereinten Nationen UNHCR im Juni. Uruguay hatte sich gleich bereit erklärt zu helfen.

Seit José Mujica Uruguay regiert, ist Politik ein bisschen anders geworden: Dass der Präsident auf einen großen Teil seines Gehaltes verzichtet, in einem wackeligen Bauernhaus lebt und seine Gattin zum Essen in die Dorfkneipe ausführt, gehört schon zur Politfolklore. Aber, dass er gerne mit pragmatischen und unkonventionellen Einfällen hantiert, überrascht auch seine Landsleute immer wieder.


Zum Beispiel hat „Pepe” Mujica durchgesetzt, dass Uruguay das erste Land wird, in dem der Staat Marihuana anbaut und verkauft um illegalen Drogenhändlern das Wasser abzugraben. Letztes Jahr hatte er die Idee, seinen Landsleuten Fahrräder und Computer zu geben – im Tausch gegen ihre privaten Waffen. Und jetzt die Kinder aus Syrien.

Quelle auf spanisch bei dw.de

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