Kriegsszenen in Rio de Janeiro: 712 Zivilisten getötet

In der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro ist ein Krieg zwischen Drogenbanden und Sicherheitskräften ausgebrochen. Viele der Armenviertel sind rechtsfreie Räume – kriminelle Banden haben die Macht übernommen, der Drogenhandel blüht, es gibt viele Schießereien. Nach Angaben des Instituts für öffentliche Sicherheit starben zwischen Januar und August bei Schießereien mit der Polizei 712 Zivilisten, 30 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2016.

 

favela

Ermittlerin Lia de Mattos Rocha spricht aufgrund der Krise des Sicherheitssystems von Rio de Janeiro von der „Rückkehr eines Zustandes der virtuellen offenen Kriegsführung in den Favelas“, viele der Todesopfer gehören nicht zum Drogenhandel und sind Opfer von „verirrten Kugeln“.

Die Gefahr, Opfer eines Raubüberfalls oder eines anderen Gewaltverbrechens zu werden, ist in Brasilien erheblich höher als in Westeuropa. Besonders Großstädte wie Belém, Porto Alegre, Recife, Salvador, Fortaleza, São Luiz, Maceio, Rio de Janeiro und São Paulo weisen hohe Kriminalitätsraten auf. Grundsätzlich ist Vorsicht angebracht, auch in als sicher geltenden Landes- oder Stadtteilen. Besonders stark von Kriminalität und Gewalt betroffen sind Armensiedlungen (Favelas). Von Favela-Besuchen wird daher dringend abgeraten. Diese Gebiete werden teilweise von Kriminellen und Drogenbanden kontrolliert. Bewaffneten Auseinandersetzungen, auch mit der Polizei, fallen häufig auch Unbeteiligte zum Opfer.

Reisehinweis Auswärtiges Amt

latina-press

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