Brasiliens Abgeordnete billigen Gesetz zum Outsourcing

Brasília. Unter Protesten der Opposition hat das Abgeordnetenhaus in Brasilien für eine umfassende Reform des Arbeitsmarktes gestimmt.

Das neue Gesetz sieht unter anderem vor, dass selbst das Kerngeschäft von Unternehmen und Behörden „ohne Einschränkungen“ an Dritte ausgelagert werden kann. Bisher war es Unternehmen nur möglich, solche Aktivitäten auszugliedern, die nicht zu ihren eigentlichen Aufgaben gehörten. Auch öffentliche Verwaltungen sind von dem Gesetz betroffen. Ferner ist geplant, den Zeitraum der Leiharbeit von derzeit drei Monaten auf sechs bis neun Monate auszuweiten.

 

Unter Protesten der Opposition hat das Abgeordnetenhaus in Brasilien für eine umfassende Reform des Arbeitsmarktes gestimmt
Unter Protesten der Opposition hat das Abgeordnetenhaus in Brasilien für eine umfassende Reform des Arbeitsmarktes gestimmt QUELLE: FABIO RODRIGUES POZZEBOM/AGÊNCIA BRASIL

Gegner es Gesetzes sehen die Kernbelegschaften einem massiven Prekarisierungsdruck ausgeliefert. „Die Handlanger des Arbeitgeberverbandes im Parlament vernichten das Recht des Arbeiters auf Festanstellung und das Recht auf gewerkschaftliche Organisierung“, so der Vorsitzende der linksgerichteten Arbeiterpartei Carlos Zaratini.

Verfechter betonen, dass die Reform Klarheit im Arbeitsrecht schaffe. Die Anzahl juristischer Streitfälle solle durch das Gesetz verringert werden. Doch für den Arbeitsrichter Carlos Henrique Leite ist das Gesetzesprojekt „absolut verfassungswidrig“. In fast allen seinen Punkten verstoße der derzeitige Entwurf gegen die Verfassung. Dies werde “eine große Zahl an Prozessen zur Folge haben”, so Leite.

Von Mario Schenk
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