Indigene flüchten aus Venezuela: Manaus ruft den Notstand aus

Vor der anhaltenden Krise in Venezuela flüchten immer mehr Menschen nach Brasilien und Kolumbien. Tausende haben sich bereits in Boa Vista, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Roraima, niedergelassen. Nun flüchten auch die Ureinwohner, die Stadt Manaus (Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Amazonas) hat am Montag (8.) angesichts der Flüchtlingswelle den Notstand ausgerufen.

 

Dutzende Frauen der "Marschlandbewohner", meist von ihren Kindern begleitet, verbringen Stunden unter der glühenden Sonne und strecken den Einheimischen bettelnd ihre Hand entgegen
Dutzende Frauen der „Marschlandbewohner“, meist von ihren Kindern begleitet, verbringen Stunden unter der glühenden Sonne und strecken den Einheimischen bettelnd ihre Hand entgegen (Foto: AlexProimos)

Nach Angaben von Bürgermeister Arthur Neto müssen die Behörden den plötzlichen Zustrom von Menschen aus Venezuela bewältigen, deshalb hat er ein Dekret für den sozialen Notfall (Notfallfonds) erlassen. „Rund 450 Indigene der Warao kamen in den letzten Wochen nach Manaus. Sie haben eine Reise von über 2.000 Kilometern hinter sich, zelten und betteln auf der Straße und sind in provisorischen Gebäuden untergebracht. Wegen der unhygienischen Bedingungen sind die Windpocken ausgebrochen, mehrere Kinder der Ureinwohner sind bereits gestorben“, so Neto.

Die Warao wissen von der Krise in Brasilien. „Wir wollen trotzdem nicht nach Venezuela zurück. Hier in Brasilien bekommen wir wenigstens genug zu essen“, zitiert eine lokale Zeitung einen den Flüchtlinge.

latina-press

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