Genozid: Goldgräber töten unkontaktierte Amazonas-Indigene

Nach Berichten eines Massakers an „mehr als zehn“ Mitgliedern eines unkontaktierten Volkes durch illegale Goldgräber an einem abgelegenen Amazonas-Fluss, hat die brasilianische Staatsanwaltschaft eine Untersuchung eingeleitet. Zwei Goldgräber wurden festgenommen.

Die Morde sollen bereits letzten Monat entlang des Flusses Jandiatuba im Westen Brasiliens stattgefunden haben. Jedoch erst nachdem Goldgräber begannen, in der nächstgelegenen Stadt mit den Morden zu prahlen und „Trophäen“ zu zeigen, wurde der Vorfall bekannt.

 

Gegenüber Survival International bestätigten Vertreter der brasilianischen Indianerschutzbehörde FUNAI Details der Attacke. Frauen und Kinder sollen unter den Toten sein. FUNAI und die Staatsanwaltschaft führen derzeit Untersuchungen durch. Das Gebiet ist bekannt als das Unkontaktierte Grenzland, da dort mehr unkontaktierte Völker leben als irgendwo sonst auf der Erde.

Mehrere Regierungsteams, die mit dem Schutz der Territorien unkontaktierter Völker in Brasilien beauftragt waren, erlebten kürzlich massive Budgetkürzungen durch die Regierung und mussten ihre Arbeit einstellen. Die Regierung von Präsident Temer geht erbittert gegen indigene Rechte vor und unterhält enge Beziehungen zu der mächtigen und anti-Indigenen Agrarlobby des Landes.

Die Territorien von zwei anderen stark bedrohten unkontaktierten Völkern – den Kawahiva und den Piripkura – sollen Berichten zufolge ebenfalls unter illegalen Eindringlingen leiden. Beide Gebiete sind von Hunderten Ranchern und Siedlern umgeben.

Unkontaktierte Völker sind die bedrohtesten Gesellschaften unseres Planeten. Doch wenn ihre Rechte eingehalten werden, können sie gut und erfolgreich leben. Allen unkontaktierten Völkern droht eine Katastrophe, falls ihr Land nicht geschützt wird. Survival tut alles in seiner Macht Stehende, um es für sie zu schützen und ihnen die Chance zu geben, ihre eigene Zukunft zu bestimmen.

latina-press

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