Armutsrate in Argentinien nimmt weiter zu

Buenos Aires. Die von der katholischen Kirche getragene Universidad Católica (UCA) in Argentinien hat eine Studie zur Armutssituation in Argentinien veröffentlicht. Darin heißt es, dass während dem ersten Präsidentschaftsjahr von Mauricio Macri 1,5 Millionen Menschen in Argentinien unter die Armutsgrenze gefallen sind. Zudem seien weitere 600.000 in bedürftige Verhältnisse geraten.

 

Die Universidad Católica (UCA) in Argentinien hat die Studie zur Armutssituation in Argentinien veröffentlicht
Die Universidad Católica (UCA) in Argentinien hat die Studie zur Armutssituation in Argentinien veröffentlicht – QUELLE: UCA/SCREENSHOT

Des Weiteren berichtet die Studie davon, dass von Ende 2015 bis zum dritten Quartal im Jahr 2016 die Armutsrate von 29 auf 32,9 Prozent angestiegen ist. Aktuell leben in Argentinien 13 Millionen Menschen unter der Armutsgrenze. Davon leiden 32,2 Prozent an Hunger und wiederum 39,4 Prozent bzw. 46,7 Prozent davon haben keinen Zugang zu Gesundheits- bzw. Bildungseinrichtungen. Im selben Zeitraum stieg ebenfalls die Bedürftigkeit von 5,4 auf 6.9 Prozent. In Argentinien leben heute 2,7 Millionen Menschen unter der Bedürftigkeitsgrenze. Dabei handelt es sich um den höchsten Wert seit Einführung der Statistik im Jahr 2010.

Als besonders beunruhigend wird die Tatsache bezeichnet, dass circa 580.000 Kinder und Jugendliche während den ersten neuen Monate von Macris Amtszeit unter die Armutsgrenze gefallen sind. Dies bedeutet einen Anstieg von 43,5 auf 48, 8 Prozent innerhalb dieses Zeitraums, das heißt, ungefähr die Hälfte der argentinischen Kinder und Jugendlichen lebt in Armut.

Aus Sicht der Regierung erscheinen die Zahlen der UCA in einem denkbar ungünstigen Moment. Seit Anfang März ist sie mit einer massiven Protestwelle gegen ihre Politik konfrontiert: Gewerkschaften führten wegen der Massenentlassungen Großdemonstrationen durch, Lehrer gingen auf die Straße, am internationalen Frauentag streikten landesweit tausende Frauen, in mehreren Städten demonstrierten soziale Organisationen für die Umsetzung des bereits im Vorjahr vom nationalen Kongress beschlossene „soziale Notstandsgesetz“.

Von Richard Tillmann
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