Lateinamerika: Vorwurf des Landraubs in Brasilien erhärtet sich

Neue Beweise aus Brasilien legen substantielle menschenrechtliche Probleme bei der Investition der Ärzteversorgung Westfalen-Lippe in einen Landfonds nahe. Nach einem Urteil des State Court vom Bundesstaat Piauí vom 5. Juli hat sich der brasilianische Geschäftsmann Euclides De Carli 124.400 Hektar Land illegal angeeignet. Der Landfonds TIAA-CREF Global Agriculture, in den die deutsche Ärzteversorgung Westfalen-Lippe (ÄVWL) sowie US-amerikanische, kanadische und schwedische Pensionsfonds investiert haben, hatte eingeräumt, über seinen brasilianischer Partner, der Zuckerhersteller COSAN, Land in der Region Matopiba von Herrn De Carli gekauft zu haben. In dieser Region liegen auch die von der Staatsanwaltschaft als illegal angeeignet erklärten Ländereien.

Zwischenhändler organisieren sich teilweise gewaltsam und mit Einschüchterungen Land, welches von lokalen Gemeinden genutzt wird (Foto: agricultura.gov.br)a

FIAN Deutschland hatte bereits im Dezember 2015, nachdem international auf die Zusammenhänge zwischen dem Landfonds und den Machenschaften von De Carli aufmerksam gemacht worden war, an den Landtag NRW appelliert, sich aktiv um Aufklärung zu bemühen. „Solche substantiellen Vorwürfe von Landraub mit Beteiligung eines hiesigen Pensionswerkes müssen öffentlich geklärt werden“, so Roman Herre, Agrarreferent der Menschenrechtsorganisation FIAN. „Letztendlich muss der Staat sicherstellen, dass durch solche Investitionen keine Menschenrechte verletzt werden.“ Besonders pikant ist, dass die Landtage in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg die ÄVWL beauftragt haben, auch die Landtagspensionen zu verwalten. „Eine solche Kooperation macht es doppelt notwendig, diese schweren Vorwürfe öffentlich zu klären“, so Herre weiter.

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